TüftelTools Anleitung

Boxenplaner:
von der Idee zur Laserdatei

Eine vollständige Anleitung für Maße, Bodenkanten, Deckel, Unterteilungen, 3D-Prüfung und den sauberen SVG-Export.

≈ 15 minFür den ersten vollständigen Entwurf

Als durchgängiges Beispiel planen wir eine Innenbox mit 200 × 150 × 80 mm aus 3-mm-Sperrholz.

01

Vorbereitung

Erst messen, dann konstruieren

Der Boxenplaner berechnet alle Außenkonturen, Fingerzinken, Ausschnitte und Klebemarkierungen aus wenigen Grundwerten. Für ein zuverlässiges Ergebnis müssen vor allem Materialstärke, Schnittspalt und Fügespiel zum verwendeten Material und Laser passen.

Materialstärke

Die tatsächliche Plattenstärke. Eine als 3 mm verkaufte Platte kann beispielsweise nur 2,85 mm stark sein.

Schnittspalt

Die vom Laser entfernte Breite. Sie wird bei Außen- und Innenkonturen automatisch kompensiert.

Spiel

Zusätzliche Toleranz der Steckverbindung. Kleinere Werte sitzen strammer, größere Werte lassen sich leichter montieren.

02

Box

Innenmaß oder Außenmaß richtig wählen

Bei Innenmaß bleiben Breite, Tiefe und nutzbare Höhe deine Vorgabe. Material und konstruktive Boden- oder Deckelversätze werden außen ergänzt. Bei Außenmaß bleiben die äußeren Abmessungen fest; Materialstärke und Konstruktion verkleinern den verfügbaren Innenraum.

200 mm innen150 mm innen
Nutzraum
Innenbreite200,00 mm+ 2 × Material6,00 mmAußenbreite206,00 mm

Beispielwerte

EinstellungWertBedeutung
Breite200,00 mmLichte Innenbreite
Tiefe150,00 mmLichte Innentiefe
Höhe80,00 mmGewünschte nutzbare Innenhöhe
MaßartInnenmaßDer Nutzraum bleibt erhalten
Material3,00 mmTatsächlich gemessene Plattenstärke
Schnittspalt0,15 mmBreite des Laserstrahls im Material
Spiel0,05 mmKleine Montagezugabe
Zinken-Zielbreite12,00 mmWird passend zur Kantenlänge angepasst
03

Bodenkante

Drei Konstruktionen für unterschiedliche Aufgaben

A

Fingerzinken

Der Boden sitzt an der Unterkante und wird direkt mit allen vier Wänden verzinkt. Das ist die einfache Standardkonstruktion mit maximaler Innenhöhe.

B

Eingesteckter Boden / Fingerlöcher

Der Boden wird um den eingestellten Bodenabstand nach oben versetzt. Die Unterteilungen enden auf seiner Oberseite; Bodenhöhe und Fingerverbindung werden automatisch berücksichtigt.

Beispiel: 8 mm Bodenabstand plus 3 mm Material ergeben eine Bodenoberseite bei 11 mm.

C

Stapelbare Bodenkante

Trapezförmige Führungen greifen in die Oberkante der darunterstehenden Box. Die Schräge erleichtert das Aufsetzen, während Führungen in X- und Y-Richtung ein seitliches Verrutschen verhindern. Fußhöhe und Fußbreite steuern die Geometrie.

04

Deckel

Offen, aufgelegt oder eingeschoben

Auflegedeckel

Der Überstand bestimmt, wie weit der Deckel seitlich über die Box ragt. Für die Positionierung stehen ein innerer Zentrierrahmen oder vier Zentrierlaschen zur Verfügung. Diese Teile werden separat gelasert und unter den Deckel geklebt.

Schiebedeckel

Der Deckel läuft zwischen aufgeklebten oberen und unteren Führungsschienen. Die eingestellte Führungsschienenbreite ist die Fläche, mit der jede Schiene an die Innenwand geklebt wird; der Deckel selbst läuft auf der materialstarken Schienenkante. Einschubrichtung, Anschlag und Griffleiste werden automatisch passend erzeugt.

Innenwand
Schiebedeckel
Auflage = Materialstärke

Ein Schiebedeckel benötigt Raum unterhalb der Oberkante. Bei Innenmaß wird dieser zusätzliche Bedarf außen ergänzt; bei Außenmaß sinkt die angezeigte verfügbare Innenhöhe.

Stapelbox und Auflegedeckel

Bei einer stapelbaren Bodenkante berücksichtigt der Auflegedeckel die oberen Führungen. Prüfe die Kombination in der 3D-Ansicht, insbesondere wenn die Box sowohl gestapelt als auch einzeln mit Deckel verwendet werden soll.

05

Unterteilungen

Fächer mit echten Innenmaßen anlegen

Unterteilungen werden horizontal oder vertikal im Innenraum platziert. Der Wert Position beschreibt das lichte Maß von der Innenwand bis zur ersten Fläche der Unterteilungsplatte. Die halbe Materialstärke wird nicht mehr abgezogen; die Anwendung berücksichtigt die komplette Platte automatisch.

50 mm lichtes Fach3-mm-Platte

Beispiel

Du möchtest links ein Fach mit exakt 50 mm Innenbreite. Lege eine vertikale Unterteilung mit Position 50,00 mm an. Die Platte beginnt bei 50 mm; ihre Rückseite liegt bei 53 mm. Der nächste freie Bereich beginnt entsprechend danach.

Start und Ende begrenzen die Länge der Unterteilung. Höhe legt fest, wie hoch sie über dem Boden steht. Ihre Bodenverbindung sowie T- und Kreuzverbindungen zu anderen Unterteilungen bleiben unabhängig von der Wandbefestigung erhalten.

Verbindung mit den Außenwänden

  • Aktiviert: Fingerzinken greifen in passende Außenkonturen der Boxenwände.
  • Deaktiviert: Die Unterteilungen schließen stumpf an der Innenseite ab und können dort verklebt werden.
06

Kontrolle

Jede Ansicht beantwortet eine andere Frage

01

Aufbau / Draufsicht

Kontrolliere Innenmaße, Lage und Länge der Unterteilungen.

02

Schnittteile

Prüfe exakte Konturen, Laserbett-Anordnung und Markierlinien.

03

3D-Ansicht

Kontrolliere Montage, Außenflächen, Deckel, Führungen und Stapelung.

In der 3D-Ansicht kannst du feste Blickrichtungen wählen, einzelne Bauteilgruppen ausblenden, die Explosionsansicht aktivieren und den Deckel über den Button Deckel öffnen flüssig bewegen. Mit Ansicht einpassen holst du das gesamte Modell wieder ins Bild.

07

Fertigung

SVG für Laserbett und LightBurn vorbereiten

  1. 1

    Laserfläche einstellen

    Trage Arbeitsbreite, Arbeitshöhe, Außenrand und Teileabstand ein. Sperrflächen bilden Klemmen, beschädigte Stellen oder bereits belegte Bereiche ab.

  2. 2

    Anordnung prüfen

    Erlaube bei Bedarf 90°-Drehungen und mehrere Platten. Schnittteile können verschoben und anschließend fixiert werden.

  3. 3

    Layerfarben kontrollieren

    Standardmäßig stehen Rot für Schnitt, Grün für Markierung und Blau für Beschriftung. Namen und Farben lassen sich an den eigenen LightBurn-Workflow anpassen.

  4. 4

    Gemeinsame SVG exportieren

    Öffne die Datei in LightBurn, ordne jeder Farbe die gewünschten Einstellungen zu und kontrolliere die Vorschau vor dem Start.

SchnittMarkierungBeschriftung
08

Komplettes Beispiel

Sortierbox mit drei Fächern und Schiebedeckel

1. Grundkörper

Innenmaß 200 × 150 × 80 mm
Material 3,00 mm
Schnittspalt 0,15 mm
Spiel 0,05 mm

2. Boden

Eingesteckter Boden
Bodenabstand 8,00 mm
Bodenoberseite bei 11,00 mm

3. Unterteilungen

Zwei vertikale Platten
Positionen 50 und 100 mm
Start 0, Ende 150 mm

4. Deckel

Schiebedeckel nach rechts
Führungsschienenbreite 8 mm
Griffleiste automatisch

Das erste Fach ist damit exakt 50 mm breit. Die erste 3-mm-Unterteilung belegt den Bereich von 50 bis 53 mm. Die zweite beginnt bei 100 mm; zwischen den beiden Platten verbleiben 47 mm lichte Breite. Soll dieses mittlere Fach ebenfalls exakt 50 mm breit sein, muss die zweite Position deshalb auf 103 mm gesetzt werden.

09

Hilfe

Häufige Fragen und typische Ursachen

Die Zinken sitzen nach dem Lasern zu stramm oder zu locker.

Miss die reale Materialstärke, prüfe den Schnittspalt und erzeuge den Passungs-Teststreifen. Übernimm das beste Fügespiel in ein eigenes Materialprofil.

Die verfügbare Innenhöhe ist kleiner als erwartet.

Bei Außenmaß ziehen eingesteckter oder stapelbarer Boden sowie ein Schiebedeckel konstruktiven Raum ab. Die Anzeige „Verfügbare Innenhöhe“ zeigt den tatsächlichen Wert. Mit Innenmaß wird dieser Bedarf außen ergänzt.

Eine Unterteilung steht nicht an der erwarteten Stelle.

Die Position ist das lichte Maß bis zur ersten Plattenfläche. Für mehrere gleich breite Fächer musst du bei jeder weiteren Position die Materialstärken der vorherigen Unterteilungen addieren.

Grüne Linien erscheinen in der Exportdatei.

Das sind gewollte Klebe- und Positioniermarkierungen. Weise ihnen in LightBurn einen schwachen Markiermodus zu und kontrolliere, dass sie nicht durchgeschnitten werden.

Die Box passt nicht auf eine Laserplatte.

Aktiviere 90°-Drehungen oder die Verteilung auf mehrere Platten, reduziere den Rand nur innerhalb des sicheren Maschinenbereichs oder nutze ein größeres Laserbettprofil.

Kontrollliste vor dem Lasern

  • Materialstärke an mehreren Stellen gemessen
  • Passungs-Teststreifen geprüft
  • Innen- oder Außenmaß bewusst gewählt
  • Verfügbare Innenhöhe kontrolliert
  • Deckel und Unterteilungen in 3D geprüft
  • Konstruktionsprüfung ohne Fehler
  • Markier- und Schnittlayer getrennt
  • Laser-Vorschau vollständig kontrolliert